Meine buddhistische Ausübung

In den mündlich überlieferten Lehren sagt Nichiren Daishonin (1222- 1282), der Buddha des Späten Gesetzes: "Man sollte Hindernisse, die sich einem entgegenstellen, als wahren inneren Frieden und Zufriedenheit verstehen." 
"Sie werden sich vermutlich darüber wundern, wie Hindernisse auf die Sie stoßen, die Quelle für inneren Frieden und Zufriedenheit sein kann. Aber die tiefe Wahrheit ist, dass Sie dadurch gegen diese Schwierigkeiten und Herausforderungen ankämpfen und Sie diese schließlich überwinden, und dadurch Ihre Bestimmung oder Karma transformieren und die Buddhaschaft erleben können. Mit schwierigen Probleme konfrontiert zu werden, entspricht daher inneren Frieden und Zufriedenheit zu entwickeln." Aus Daisaku Ikeda  "For Today & Tomorrow - The daily Encouragements" , S.196, zum 28. Juni.                                                                                                 Daisaku Ikeda, Friedenspreisträger der UN, ist mein Mentor, wie ich den Buddhismus im Alltag lebe.

Auf diesen Text, der dem 28.Juni gewidmet ist, bin ich gestoßen, weil ich an diesem Tag Geburtstag habe. Ich habe diesen Text zuerst überhaupt nicht verstehen können und sah keine Verbindung zu meinem Leben. Aber ich wusste schon, dass es  im Buddhismus einige Paradoxien gibt. Diese Aussagen haben mir mit zunehmender Reflektion und Erfahrungen immer mehr eine andere Perspektive eröffnet. Zu verstehen ist ein immer währender Prozess und ohne Hindernisse und Schwierigkeiten in meinem Leben hätte ich wichtige innere Ver- änderungen nicht entwickelt. Diese Sicht- weise ermutigt mich immer wieder, wenn die Wellen höher schlagen, weil ich weiß, dass Hindernisse der Propeller zur Veränderung sind und nicht ein unerwünschtes Problem, dass mich behindert. Die Perspektive zu verändern, ist der Schritt zur Lösung und Entwicklung.

1971 am Strand von Carmel in Californien hatte ich zum ersten Mal ein Gefühl und Gedanken, dass ich etwas in meinem Leben haben wollte, dass mich mit meinem größeren Ich, dem Selbst und den anderen Menschen  verbindet. Es ging mir nicht um Selbstkultivierung, sondern im Leben sein, mein Potential leben, für mich und für andere, mich und andere tiefer respektieren und schätzen zu können.

Seit 1980 praktiziere ich Nichiren Buddhismus, den Buddhismus des Alltags. Meine buddhis- tische Praxis erlebe ich wie mein Atmen – als selbstverständlichen und ursprünglichen Teil meines Lebens. Im Alltag ist sie die Quelle meiner Lebenskraft und Lebensfreude, Mut und Zuversicht zu stärken und meine Angst und Zweifel zu erkennen und zu überwinden. Die buddhistische Ausübung unterstützt mich, mein eigenes Potential und das der anderen Menschen zu entdecken und zu schätzen - Herzschlag und Qualität meiner Arbeit als Coach und Organisationsberater und in meinem persönlichen Leben. Meine Ausübung lebe ich im Alltag, vor allem chante ich das Mantra "nam myoho renge kyo", es gibt eine tiefgründige Philosophie und unterstützende Gemeinschaft, vor allem in Dialoggruppen.

Alle Menschen sind vor dem Gesetz des Universums gleich, und unabhängig von Geschlecht, sozialem Stand, Bildung und Kultur hat jeder das Potential der Weisheit, des stabiles, unabhängiges Selbst, der Integrität oder die Reinheit des Lebens und das Verständnis der Ewigkeit in sich. Dieses Potential  zu öffnen ist ein immerwährender Prozess. So entwickelt sich auch das aktive Mitgefühl, der Mut zu handeln und den Respekt anderen Menschen gegenüber zu entwickeln, denn jeder hat das Potential seine Buddhaschaft in diesem Leben zu entwickeln  zu leben, für sich und andere.
Mein Verständnis für die christliche Lehre hat sich durch meine buddhistische Ausübung sehr vertieft. Von daher ist der interreligiöse Dialog für mich ein wichtiger Impuls für die Entwicklung des Weltfriedens.

 

In Rhythm - meine Musik                                                                                                  Rhythmus ist das pure Leben, unser Herzschlag, unsere Bewegungen, unsere Sprache, unser Gehen ..

Die Komplexität dieser Musik hat mich die Welt anders erleben und verstehen lassen...  Mit sechs bin ich der New Orleans Musik begegnet, Rock`n Roll, Rhythm and Blues - Ray Charles, Little Richard und Fats Domino waren meine Heros. Diese Rhythmen habe ich geliebt und lerne sie immer noch.

Dann habe ich Be Bop gehört, mit 9 Jahren mein erstes Konzert mit Jonny Griffin. Dann hörte ich Thelonius Monk, John Coltrane und Art Blakey, ein Schlagzeuger, der mich in seinen Bann gezogen hat. Mit 11 habe ich eine Schallplatte von diesen Dreien zu Weihnachten geschenkt bekommen. Unfassbar wie diese Rhythmen durch die Luft flogen und auf der Erde wieder landeten. Ein Dialog voller Spannung, Energie, innerhalb eines freien Raumes, mit einer Melodie, die sich auflöste und wieder zusammen kam. Ein Geschenk, das heute noch pulsiert.  Mit 11 habe ich mein erstes Schlagzeug gekauft,  für 110 DM von dem Schlagzeuger der Feuerwehrkapelle. Die Basstrommel, ein Schatz, spiele ich heute noch ... So fing es an, ohne Lehrer, die wunderbaren Lehrer kamen später. Konzerte gespielt, auf der Strasse, in Clubs und auf Festivals und meine Rhythmen in meine Arbeit eingebracht.

Hierarchisch strukturierte Unternehmen erlebe ich wie veralterte Marschmusik. New Orleans Rhythmen, Bebop, Hip Hop, alle improvisierte Musik leben den Herzschlag des Sinns, der Ganzheit und der Selbststeuerung in einem definierten Freiheitsraum. Sie lassen Komplexität, Dialog und Führung und das ganze Potential leben. Mentale, emotionale, energetische, intuitive und soziale Intelligenz leben in aller Fülle.

Mein holistischer Genuine Contact™ ermöglicht mir, den Rhythmus sinnvoll in Entwicklungsprozesse einzusetzen, ob in einem Workshop mit 10 Teilnehmern, mit 150 Teilnehmern in einem Innovationsprozess oder mit 40 Führungskräften der ÖBB auf Eisen- bahnschwellen vor 5000 Mitarbeitern den neuen Rhythmus der ÖBB in der Wiener Stadt- halle trommeln. Der musikalische Dialog ist für mich ein besonderes Erlebnis, wie der Dialog, den ich in meiner holistischen Prozessarbeit mit anderen erlebe. mehr    So lebt die Musik in meinem Leben und verbindet mich mit meiner ursprünglichen Quelle.

Wie kann ein Unternehmen seinen Körper spüren? Am besten in einer großen Gruppe. Dabei kann man die archaische Kraft des Rhythmus benutzen. In dem oben beschriebenen Beispiel wirkte Andreas Terhoeven als Rhythmiker mit. An jedem Tag gab es etwas drei, immer nur wenige Minuten dauernde Sequenzen, in denen sich die Teilnehmer der Konferenz mit einfachsten Instrumenten in einem gemeinsamen Rhythmus verbanden. Was anfangs ein paar skeptische Blicke hervorrief, wurde immer mehr zu einem lebendigen Element, das allen enorme Freude machte. Die Konferenz endete nach fast drei Tagen mit einem fulminanten rhythmischen Konzert, das einen letzten Höhepunkt bildete. Aus Leading with Life von Matthias zur Bonsen S. 176/177

Mit tiefem Dank - meine wunderbaren Lehrer: Ronald Shannon Jackson (Cecil Taylor, Ornette Coleman, Decoding Society),  Han Bennink, Peter Giger, Spiri Karas (WDR Big Band), Kenny Clarke , Mike Clarke, und viele mehr. 

Energie - das Meer

Das Meer ist meine Quelle des Ursprünglichen: die Gezeiten, der Wind, das Wasser, die wechselnden Himmelsbilder durch Wolken und Sonne. My Home in der Natur. Meine innere Ruhe, tiefe Gedanken, bei mir und dann bei den anderen. Aufbruchstimmung und Freiheit.

Energie - meine Yoga Praxis

Yoga ist für mich in Balance sein. Ich erlebe beim Yoga die Energie des Flows. Der Atem wird tiefer und ruhiger, unnötige Gedanken lösen sich auf, die Gedanken, Emotionen und die Energie werden sinnvoll zentriert, der Körper wird ganz aktiviert. Wenn ich die Energie zentriert einsetze und ich mit dem Körper nicht dagegen arbeite, erlebe ich das anscheinend Schwierige, Unvorstellbare in einem Gefühl der Leichtigkeit. Festgefahrene Annahmen lösen sich auf, das Unmögliche wird zum möglichen - wie in meiner Arbeit als Coach und Organisationsberater.

Energie - auf 2 Rädern durch die Natur

Fast vor unserem Haus meines Elternhause war das Ziel des jährlichen Radrennens. Den ganzen Tag surrten die Fahrer aller Klassen an unserem Haus vorbei. Mein Traum war geboren, einmal ein solches Fahrrad zu besitzen und zu fahren. Es schien unerreichbar. 30 Jahre später habe ich mir endlich diesen Traum erfüllen können. Der "Bergfloh" der Tour de France , Träger des gelben Trikots, Karl Heinz Kunde, hat mir dann ein Fahrrad zusammengebaut, dass zu meiner Nutzung passte und mich von meinen Perfektionsgedanken auf den Boden geholt hat. " Mit kölschem Klang war die erste Frage:" Wievielt km fährst denn in der Woch"  Auf diese Frage hatte ich mich nicht vorbereitet und sagte stolz : "60-70 Km" Antwort: "Dafür zieh ich mit net um." So fing die Beratung an, ein wunderbare Geschichte. Seit über 20 Jahren fahre ich mit diesem Rad, alleine und mit anderen, durch die Natur. Ich komme in einen meditativen Rhythmus und Flow und kann loslassen, was mich beschäftigt. Wie ich es beim Rennrudern erlebt habe, wenn das Boot über das Wasser glitt und fast schwebte, alle im Rhythmus.  Der Körper wird eins und irgendwann geht er in den nächsten Gang, ohne Mühe. Ein entspannter Puls des Herzens, ein Dasein mit dem ganzen Körper und auch der Seele. Wenn ich dann vom Rad steigen, ist alles im Fluss und mein Körper ist leicht und entspannt.